Ahoi-hoi!
Hier gibt es nun die versprochenen Fotos von der neusten Stickarbeit. Ziel ist es, den unteren braunen Streifen an Wikis Tunika zu besticken. Das Motiv stammt von einem Kreuz von der Isle of Man (
hier* gibt es Bilder davon). Das Motiv ist ziemlich groß und es ergaben sich ein paar Probleme. Aber der Reihe nach.
Zunächst habe ich die Konturen mit einem Goldfaden gestickt. Normalerweise benutze ich immer den Rückstich. Durch den Glanz des Garns wirkt das aber unruhig und unterbrochen. (Ich finde das kann man oben, im Gesamtbild gut erkennen. Die Kontur wirkt wie gestrichelt.) Auf dem allerletzten Stück habe ich den Stielstich ausprobiert (der äußerste rechte Bogen) und voilà wir haben eine übergangslose durchgezogene Linie. Das hätte ich echt früher merken können...*grmsl*
Noch größere Probleme bereitete das Füllen der Flächen. Da ich keine Ahnung hatte, wollte ich ein paar Sachen ausprobieren. Zuerst probierte ich den in der Nadelmalerei üblichen Versetzten Plattstich (unten) Das sieht aber total unordentlich aus, vermutlich weil mein Garn zu dick ist und ich nicht gleichmäßig gearbeitet habe. Dann habe ich wieder auf den Stich gewechselt, den ich immer benutze, den Plattstich (oben) aber für größere Flächen ist er nicht geeignet und außerdem wäre es eine ziemliche Materialverschwendung.

Denn wie ihr auf der Rückseite seht, entsteht beim Plattstich hinten das gleiche Muster wie vorn. Dann hab ich nach historischen Stichen recherchiert, bzw. überlegt, welche größere Stickerei ich von den Wikingern kenne. In einer Grabkammer wurde ein bestickter Wandteppich gefunden, daran konnte ich mich noch erinnern...bestickter Wandteppich??? Da gibt es doch noch einen. Na klar! Der
Teppich von Bayeux! Warum bin ich da nicht eher drauf gekommen?! Dabei hab ich ihn live gesehen... Auf meiner Lieblingsseite
Flinkhand wurde ich dann auch fündig, was die Technik betrifft. Die nennt sich "Klosterstich" und ist genau das richtige!
Und so wird er gearbeitet: zuerst wird die Fläche mit paralellen Stichen ausgefüllt. Dabei wird nicht wie beim Plattstich der Faden hinter der Arbeit langgeführt, sondern direkt neben dem Einstich sticht man auch wieder aus. Das muss so dicht geschehen, dass man hinterher keinen Stoff mehr durchblitzen sieht.
Dann werden senkrechte Spannstiche gestickt, immer in einem Abstand von ca. einem halben Zentimeter.Diese Spannstiche werden mit kleinen Stichen festgestickt. (Davon gibt es noch kein Foto, weil der Akku meiner Cam aufgegeben hat.)
Von hinten sieht das ganze so aus. Wie ihr seht gibt es bei dieser Technik kaum Materialverlust. Außerdem kommt man bei sehr großen Flächen schnell voran. Bei kleineren geht es dann wieder etwas langsamer.
* wenn Worte andersfarbig geschrieben sind, dann verbirgt sich ein informativer Link dahinter. Einfach auf das Wort drauf klicken und ihr werdet weiter geleitet.